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Britische Ökonomie tritt in nervöse Phase ein und erleidet deutlichen Dämpfer

04. September 2018, 10:35 Uhr

Autsch! Die gestrigen Zahlen zum Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes in UK haben die unschöne Projektion unseres UKES in der denkbar drastischsten Form bestätigt.

Der Zuwachs an neuen Aufträgen im Besonderen hat den Wachstumsaussichten der britischen Ökonomie einen Dämpfer verpasst: Die zugehörige Statistik fiel auf einen 25-Monats-Tiefstand, während die Auslandsnachfrage zum ersten Mal seit April 2016 zurückging. Das Lloyds Bank Business Barometer, ein alternativer Frühindikator, stürzte ebenfalls auf ein neues Mehrmonatstief.


PMI Verarb. Gewerbe, UK/Quelle: tradingeconomics.com

Trotz all ihrer relativen Zähigkeit beginnt die Zuversicht sowohl der britischen Verbraucher als auch der Unternehmen, aber auch ihrer ausländischen Kunden durch die Brexit-induzierte Verunsicherung zu bröckeln. Und es sind nicht nur ‚weiche‘ Umfragedaten wie die oben zitierten, die auf eine markante Verlangsamung über den Sommer hindeuten; auch harte Produktionsdaten zeigen eine Reduktion der ökonomischen Aktivität an. Auf Branchenebene ist etwa die Automobilproduktion im Juli um volle 11% im Jahresvergleich geschrumpft und fiel auf ihr niedriges Juli-Niveau in drei Jahren. Und schließlich zeigen jüngste Zahlen der Bank von England zur Entwicklung der Konsumentenkredite eine Abbremsung, deren Ausmaß sogar unsere unguten Erwartungen übertrifft (s. das aktuelle Update des UKES, unseres Konjunkturindikators für das Vereinigte Königreich).

Die Anzeichen verdichten sich dass die britische Volkswirtschaft in ihre bisher schwächste, nervöseste Phase seit dem Referendum Mitte 2016 eingetreten ist. Da ist es nicht gerade hilfreich, dass ein erfolgreicher Abschluss der Brexit-Verhandlungen sich aller Voraussicht nach bis Dezember hinziehen und somit eine Abstimmung des Parlaments über das Ergebnis erst im neuen Jahr erfolgen wird.