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Macrons Sieg reduziert das Risiko einer Eurokrise, doch Italien kommt als nächstes

08. Mai 2017, 13:54 Uhr

Die Wahl Emmanuel Macrons zum französischen Staatspräsidenten hat natürlich das Risiko einer Eurokrise reduziert. Zwischenzeitlich ist in Italien der europafreundliche Matteo Renzi zum Vorsitzenden der regierenden Demokratischen Partei (PD) wiedergewählt worden. Dieser Schauplatz ist es nun, auf dem sich der nächste Akt des Eurodramas abspielen wird.

Nachdem er den Parteivorsitz verteidigen konnte, wird Renzi nun sicher alle Hebel in Bewegung setzen, um Neuwahlen noch in diesem Herbst/Winter zu erreichen, und damit einige Monate vor dem regulären Termin im Frühsommer 2018. Da neben dem ehemaligen Premierminister nahezu alle italienischen Parteien ebenfalls nach Neuwahlen rufen, prognostizieren wir für dieses Szenario eine Wahrscheinlichkeit von rd. 70%. Nachdem sie die Umfragen nun seit der von Renzi provozierten Spaltung der PD vor zwei Monaten anführt (s. Beitrag in unserem Konjunkturticker), hat die von Beppe Grillo angeführte Fünf-Sterne-Bewegung gute Aussichten, die Wahlen zu gewinnen, selbst wenn diese erst zum regulären Termin im neuen Jahr stattfinden sollten. Daher bleibt das Gesamtrisiko einer Eurokrise trotz der Niederlage Marine Le Pens bei noch immer rd. 30%.

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