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Securityflash Afrika

Die politökonomische Sicherheitslage in Afrika auf einen Blick

Auf dieser Seite stellen wir für Sie prägnante Kurzeinschätzungen zur politischen Sicherheitslage in ausgewählten Ländern Sub-Sahara Afrikas zusammen, inkl. einer griffigen Bewertung anhand unserer „Sicherheitsampel“.

Die Auswahl erfolgt anhand von Kriterien wie der generellen Attraktivität für Direktinvestitionen (inhärent instabile Länder mit nahezu ununterbrochener Geschichte politischer Gewalt und/oder ökonomischer Anarchie fallen z.B. a priori aus dem Raster) oder einer ausreichenden Informationsgrundlage für eine belastbare Einschätzung.

Die Einschätzungen selbst nehmen wir anhand von Faktoren wie der generellen politischen und monetären Stabilität, Nepotismus-Leveln und ethnischen Konflikten vor. Lesen Sie auch unsere detaillierteren Analysen in der Kategorie „Sicherheit“ in unserem „Konjunkturticker“ für tiefergehendere Informationen.

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Äthiopien

Äthiopien zählt zu den Wachstumswundern in Sub-Sahara Afrika, wiewohl das leider bisher nicht ausgereicht hat, die Ernährung der eigenen Bevölkerung von Wetterextremen unabhängig zu machen. Der ökonomische Boom der letzten Jahre hat darüber hinaus seinen Preis: Das Land ist ein Ein-Parteien-Staat mit einem der repressivsten Regime auf dem Kontinent, das keinerlei Opposition duldet. Dennoch haben sich jüngst die aufgestauten Spannungen zum ersten Mal nach langer Zeit in gewalttätigen Aufständen entladen, die auf eine ebenso gewaltsame Reaktion der Regierung gestoßen sind. Da dies – natürlich – nicht das Problem beseitigt hat, erwarten wir vermehrte politische Gewalt in den kommenden Monaten. Solange die Regierung daher nicht auf die Opposition zugeht, setzen wir die Sicherheitsampel auf Rot.

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Botswana

Das Land ist und bleibt ein Musterbeispiel für politische Stabilität und -Sicherheit in Sub-Sahara Afrika. Mit einer beinahe unbefleckten Geschichte von Frieden und demokratischer Entwicklung seit der Unabhängigkeit ist Botswana eine der wenigen Ausnahmen von der „Dutch Disease“, indem es die Reichtümer seines enormen Diamantenreichtums in öffentliche Bildung und Gesundheit investiert; das Korruptionsniveau ist dabei ebenfalls relativ niedrig. Da es aktuell keinerlei Anzeichen für eine kurz- bis mittelfristige Verschlechterung dieses positiven Zustandes gibt, setzen wir die Sicherheitsampel folglich auf Grün.

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Elfenbeinküste

Die Elfenbeinküste ist eine der politisch eher instabilen, führenden Ökonomien innerhalb der ECOWAS und ganz Sub-Sahara Afrikas. Zwar weist es sicherlich eine relativ bessere politische Entwicklungsgeschichte als beispielsweise Gambia auf; doch in jüngerer Vergangenheit waren Ausbrüche politischer Gewalt an der Tagesordnung, begleitet durch den sporadischen Militärputsch, der mitunter sogar das französische Militär in den Konflikt mit hinein gezogen hat. Aktuell kämpft Präsident Alassane Ouattara mit einem neuerlichen Aufstand der Sicherheitskräfte, weshalb wir die Ampel auf Gelb setzen.

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Ghana

Das Land hat eine mitunter turbulente und leider auch blutige Entwicklungsgeschichte seit dem Tag hinter sich, als es als das erste Land Sub-Sahara Afrikas seine Unabhängigkeit errang. Ökonomisch allerdings zählt es zu den relativ stabilen Ländern innerhalb von ECOWAS ebenso wie auf dem restlichen Kontinent. Und in seiner jüngeren Vergangenheit hat es relativ freie und manipulationsfreie Wahlen abgehalten, die in diesen Tagen in der völlig friedlichen Machtübergabe von seinem sozialistischen Vorgänger an den neu gewählten Präsidenten Nana Akufo-Addo kulminierten. Die Inflation jedoch bleibt eine hartnäckige Belastung für Ghana, die durch das sogar vergleichsweise sehr hohe Korruptionsniveau nicht verbessert wird. Nur aus diesen Gründen sehen wir uns gezwungen, die Sicherheitsampel auf Gelb zu setzen.

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Kenia

Die führende Volkswirtschaft der EAC ist eines der erfreulicheren Beispiele für politische ebenso wie ökonomische Stabilität. Auch wenn es seinen Anteil despotischer Alleinherrscher hatte, entwickelt sich seine Demokratie doch Schritt für Schritt: In diesem August stehen die nächsten allgemeinen Wahlen des Präsidenten, des Parlaments sowie der noch relativ neuen Regionalregierungen an., und die Geschichte lässt uns insgesamt einen weiteren relativ freien und manipulationsfreien Wahlgang erwarten. Doch bleibt das Land, das Heimat für mehr als 40 verschiedene Stämme ist, die sich entlang der Parteilinien eingegraben haben, anfällig für ethnische Gewalt; mitunter hat das sogar zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen wie nach den Wahlen 2007 geführt. Die jüngsten Wahlen am 8. August 2017 haben zu einer politischen Zwickmühle geführt, da sich Oppositionsführer und -kandidat Raila Odinga weigert, das Ergebnis anzuerkennen, solange es nicht von UN-Vertretern bestätigt worden ist; damit hält er das Land in der Zwischenzeit in Geiselhaft. Insgesamt müssen wir daher die Sicherheitsampel auf gerade noch oberhalb von Rot herabsenken (lesen Sie auch unsere jüngste, ausführliche Einschätzung zur Lage in Kenia in unserem „Konjunkturticker“).

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Sambia

Sambia ist bislang eines der eher vielversprechenden Beispiele für demokratische Entwicklung in Sub-Sahara Afrika gewesen, doch hat nun eine deutlich negative Richtung eingeschlagen: Stets seit der Präsidentenwahl im August 2016 hat der unterlegene Oppositionsführer und –kandidat Hakainde Hichilema das Ergebnis angefochten. Doch nach einem zunächst harmlos wirkenden Zwischenfall der Verweigerung des Vorfahrtrechts für die Wagenkolonne des Präsidenten wird Hichilema nun Hochverrat zur Last gelegt. Sambias Präsidialrepublik hat damit einen betrüblichen Schritt in Richtung Autokratie gemacht. Was nicht weniger kritisch stimmt ist die relativ hohe Verschuldung des Landes in US-Dollar: Insgesamt hat Sambia knapp 3 Mrd. $ Eurobonds seit 2012 verkauft, die diese rohstofflastige Ökonomie nun völlig abhängig vom Kupferpreis machen und ihre Zahlungsfähigkeit bedrohen. Somit können wir die Sicherheitsampel vorläufig nur auf Rot setzen.

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