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Securityflash: FDI-Favorit Kenia erlebt zunehmend politische Unruhen

21. Juni 2016, 09:59 Uhr

Kenya

Seit einiger Zeit schon zählt Kenia zu den Top-Favoriten für Direktinvestitionen in Afrika, sowohl aus der Sicht unseres Hauses als auch der vieler anderer Analysten. Ökonomisch hat sich daran auch nichts geändert, ganz im Gegenteil: Die Inflation ist auf neue lokale Tiefs gefallen und bestätigt damit die erfolgreiche Politik der kenianischen Zentralbank in der jüngeren Vergangenheit, während BIP-Wachstum und andere Indikatoren auf ein anhaltend stabiles ökonomisches Umfeld hindeuten – in der Tat eines der wenigen in Afrika überhaupt.

Politische und zumal ethnische Spannungen jedoch verfolgen das Land seit seiner Unabhängigkeit von Großbritannien wie ein Schatten, und brachen rund um die umstrittenen Wahlen von 2007 in die bis dato blutigsten und schlimmsten Unruhen aus, bei denen rd. 1.200 Menschen ums Leben kamen.

Aktuell nehmen die politischen Unruhen in Kenia nun wieder zu, nachdem das Datum für die anstehenden Wahlen auf den 8. August 2017 festgesetzt worden sind: Tausende von Demonstranten sind mit der Polizei auf den Straßen von Nairobi und anderen Großstädten zusammengestoßen. Raila Odinga, der Anführer der oppositionellen “Coalition for Reforms and Democracy” (Cord) wütete zuletzt gegen Präsident Kenyatta; einiges von dieser Kritik, darunter insbesondere die tatsächliche Unabhängigkeit der Independent Electoral and Boundaries Commission, wird von internationalen Beobachtern geteilt.

Wir erwarten keinen Wiederausbrauch der Gewalt von 2007, da sich das politische Klima seitdem deutlich stabilisiert hat. Dennoch setzen wir, in den Farben einer Ampel ausgedrückt, die Warnstufe von grün auf gelb, solange Odinga und Kenyatta ihren zunehmend erbitterten Streit nicht beilegen.