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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

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Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++29. Oktober: Eine gewisse Erholung, aber die Stimmung bleibt gedrückt+++

Nach dem ebenso scharfen Rückfall von ihrem vorherigen, übermütigem Hoch hat sich die Erwartungen-Komponente unseres SiNGES immerhin auf der Hauptindikatorlinie stabilisieren können, und hat damit einen wichtigen Test absolviert: Wäre sie sogar noch unter den Hauptindikator gestürzt, so wäre dies nichts weniger als alarmierend gewesen. So wie es sich in den vergangenen vier Wochen jedoch entwickelt hat, hat Singapurs Ökonomie ihre seit dem Spätsommer beeindruckende Stärke bestätigt, mit einem annualisierten Quartalswachstum von immer noch drei Prozent im dritten Quartal, sogar nach Revision der ursprünglichen Schätzung. Und nach einer weitgehend enttäuschenden Entwicklung über die vergangenen Monate konnte sogar der Außenhandel seinen Beitrag beisteuern. Doch der markante Knick in den Bruttoinvestitionen, der das übliche Muster dieser Datenreihe übertrifft, sowie sich eintrübende Umfragedaten zum Geschäftsklima unterstreichen die Prognose, die wir hier über das zurückliegende Jahr gezeichnet haben: Sollten die letzten Versuche scheitern, eine Eskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA noch abzuwenden, dann wird Singapur Kollateralschäden erleiden, von denen nur noch ihr Ausmaß unklar ist. Nichtsdestotrotz schickt sich die Wirtschaft des Stadtstaats an, den Schwung des letzten Quartals noch bis in die ersten Monate des neuen Jahres mitzunehmen, und dieses Jahr so mit einem ordentlichen Wachstum abzuschließen, das damit noch immer verlässlicher ausfiele, als jenes der meisten seiner Nachbarn im ASEAN-Raum. Und sollte der Handelskrieg tatsächlich abgewandt oder jedenfalls zur Bedeutungslosigkeit entschärft werden, dann hat die Lion City noch immer die Kraft, 2019 mit Gebrüll zu eröffnen.


Unser SiNGES ist ein Konjunkturindikator für den Zustand der Volkswirtschaft Singapurs, den es in dieser komprimierten Form sonst nicht gibt. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt:

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.

Der SiNGES wurde dabei ökonometrisch kalibriert; tatsächlich beschreibt er – auch in den einzelnen Komponenten – die Entwicklung der Volkswirtschaft Singapurs in den letzten vier Jahren präzise, insbesondere der „Erwartungen“-Komponente kommt dabei eine belastbare Prognosefunktion zu.

Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung.