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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

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Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++23. April: Stimmung kühlt sich leicht ab während träge Einzelhandelsumsätze und ein schwächelnder Außenhandel einen Deckel auf der Status-Komponente halten+++

Nach ihrem jüngst starken, tatsächlich sogar übertrieben wirkenden Anstieg hat sich die Erwartungen-Komponente unseres SiNGES zuletzt etwas abgeschwächt. Allerdings ist es für einen Stimmungsindikator wie diesen an der Tagesordnung, dass auf eine stärkere Bewegung stets die kurzfristige Korrektur um den unterliegenden Trend erfolgt, so dass die weitere Entwicklung in den kommenden beiden Monaten von größere Bedeutung sein wird. Denn die Status-Komponente hat ihre zuletzt so lustlose Entwicklung fortgesetzt, gedämpft von phlegmatischen Einzelhandelsumsätzen und einem sich über das vergangene Jahr kontinuierlich abgeschwächten Außenhandelsbeitrag. Sogar die Industrieproduktion, einer der Haupttreiber des Wachstums in der jüngeren Vergangenheit, scheint in den zurückliegenden Wochen einen Gang runter geschaltet zu haben. Insgesamt hat unser SiNGES damit das abgeschwächte BIP-Wachstum im 1. Quartal dieses Jahres antizipiert: Erwartungen, die der aktuellen Lage zu weit vorlaufen und es nicht vermögen, die Status-Komponente mit anzuheben, sind ein sicheres Zeichen für einen noch nicht gefestigten Aufschwung in beiden unserer selbstkonstruierten Konjunkturindikatoren für Singapur und das Vereinigte Königreich. Allerdings bleibt das Wachstum des Stadtstaats vorläufig solide und insgesamt der Neid vieler anderer Ökonomien, so dass jeder Dampfverlust einstweilen lediglich eine relative Abschwächung vor einem nach wie vor günstigen Umfeld darstellt. Die Monetary Authority of Singapore teilte diese Einschätzung offensichtlich, als sie jüngst das Wechselkursband des Singapur-Dollars zu allen wichtigen Währungen erhöhte und damit eine leichte Straffung der Geldpolitik vornahm. Jedoch ist die Inflation in der Garden City nach wie vor kein Thema und müsste erst noch spürbar anziehen, bevor mit Blick auf die Signale des SiNGES ein weiterer geldpolitischer Eingriff der MAS erforderlich würde. Alles in allem muss sich die Status-Komponente des Indikators erst noch deutlich verbessern, bevor wir bzgl. der Aussichten von Singapurs Ökonomie uneingeschränkt positiv gestimmt werden.

Unser SiNGES ist ein Konjunkturindikator für den Zustand der Volkswirtschaft Singapurs, den es in dieser komprimierten Form sonst nicht gibt. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt:

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.

Der SiNGES wurde dabei ökonometrisch kalibriert; tatsächlich beschreibt er – auch in den einzelnen Komponenten – die Entwicklung der Volkswirtschaft Singapurs in den letzten vier Jahren präzise, insbesondere der „Erwartungen“-Komponente kommt dabei eine belastbare Prognosefunktion zu.

Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung.