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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

Singapur ist der Business-Hub des Commonwealth in Südostasien. Daher verfolgen wir die ökonomische Entwicklung der Lion City mit unserem eigenen Konjunkturindikator, dem SiNGES. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt.

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.


Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung bzw. eine beständige Rezession.
Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++23. Juli: Weiterer Verfall der Statuskomponente bestätigt Befürchtungen, getrieben von Einbrüchen in Exporten, Einzelhandel und Industrie+++

Bereits ein kurzer Blick auf das Zahlenbrett unseres SiNGES erzählt fast die ganze Geschichte: Ein Meer von Rot deutet auf eine rapide Verschlechterung der ökonomischen Lage in Singapur, mit den Einkaufsmanagerindices auf Werten nurmehr knapp oberhalb der neutralen 50-Punkte-Marke. Folglich hat die Komponente des SiNGES zur aktuellen Geschäftslage neue Tiefstände erreicht, ihr schlechtester Wert seit sieben Jahren. Und es ist leicht zu erkennen, warum: Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und Außenhandelsbeitrag, alle sind zwischen den zurückliegenden Monaten gefallen und weisen ein lediglich marginales Wachstum im Jahresvergleich auf. Obwohl die Erwartungen-Komponente sich von einem ähnlichen Sturz in den negativen Bereich erholen konnte – ihr erster in vier Jahren – war dies primär von einem noch immer optimistischen Aktienmarkt getrieben, und sollte sich daher als Strohfeuer entpuppen. Darum müssen wir unsere Ganzjahresprognose für Singapurs BIP sogar noch weiter als bisher zurücknehmen: Wir erwarten nun nicht mehr als 1,5% Wachstum für 2019, und sehr wahrscheinlich sogar weniger als ein Prozent, falls sich die aktuelle Entwicklung des SiNGES im September-Update so fortsetzen sollte. Sogar falls eine Einigung im chinesisch-amerikanischen Handelskonflikt jetzt noch zu Stande kommen sollte, käme sie nun zu spät, um eine deutliche Delle in Singapurs Konjunktur zu verhindern. Sollte jedoch umgekehrt dieses Jahr gar kein Deal mehr zu Stande kommen wie wir das erwarten, dann dürfte sich die Lion City ihrer ersten Rezession seit Jahren gegenüber sehen.


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