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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

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Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++27. September: Neuspezifizierung des SiNGES zeigt bereits Verfall des Geschäftsklimas an, während die aktuelle Lage sich einstweilen stabilisiert+++

Ebenso wie seinen britischen Cousin, haben wir auch den SiNGES einer Re-Spezifikation unterzogen, um ihn zu einem noch besseren Prognoseinstrument zu machen. Sowohl die Erwartungen-Komponente – mit Blick auf die relative Bedeutung der Wechselkurse des Sing-Dollars sowie der beiden verfügbaren Einkaufsmanagerindices – als auch die Status-Komponente mit Blick auf die relative Gewichtung von Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen sind den Daten neu angepasst worden. Um die relativ ausgeprägten Änderungen in der offenen und zugleich kleinen Singapurer Ökonomie mit ihrem Außenhandelsschwerpunkt geeigneter abzubilden, haben wir schließlich zudem die Amplitude der Status-Komponente erhöht – und das Alles mit bemerkenswerten Ergebnissen. Tatsächlich zeigt die Erwartungen-Komponente nun bereits einen klaren Rückfall des Geschäftsklimas in der Lion City von seinem vorherigen Höhenflug, und dies deutlich ausgeprägter, als es der bereits im letzten Update ausgemachte Wendepunkt hatte annehmen lassen. Dies belegt deutlich, dass die Singapurer Unternehmen zunehmend angespannt bezüglich des eskalierenden Handelskrieges sind, und dies insbesondere mit Blick auf dessen Auswirkungen auf ihren bei weitem wichtigsten Auslandsmarkt, China. Die Status-Komponente hat ihren Verfall dagegen einstweilen an der Nulllinie stoppen können und erlaubt damit ein Modicum an Zuversicht, dass Singapurs Wirtschaft zwar abbremsen mag, jedoch noch nicht allzu stark. Die Industrieproduktion allerdings bereitet zunehmend Sorgen, da sie über die vergangenen drei Monate geradezu kollabiert ist: So schrumpfte sie im August sogar bereits um 2% im Monatsvergleich. Und die jüngste Entwicklung der Erwartungen-Komponente lässt uns prognostizieren, dass diese Verhältnisse Bestand haben werden.


Unser SiNGES ist ein Konjunkturindikator für den Zustand der Volkswirtschaft Singapurs, den es in dieser komprimierten Form sonst nicht gibt. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt:

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.

Der SiNGES wurde dabei ökonometrisch kalibriert; tatsächlich beschreibt er – auch in den einzelnen Komponenten – die Entwicklung der Volkswirtschaft Singapurs in den letzten vier Jahren präzise, insbesondere der „Erwartungen“-Komponente kommt dabei eine belastbare Prognosefunktion zu.

Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung.