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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

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Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++28. Mai: Geschäftsklima fällt zum zweiten Mal unter den Langfristtrend, aktuelle Geschäftslage erneut nahe negativem Bereich+++

Regelmäßige Beobachter unseres SiNGES wurden nicht überrascht: Als jüngst die Zahlen für das Singapurer BIP im ersten Quartal veröffentlicht wurden, zeigte sich die markante Verlangsamung auch in der offiziellen Statistik, die unser Frühwarnindikator bereits über die vergangenen Quartale vorweggenommen hatte. Obwohl noch immer klar im Wachstum begriffen, hat die Ökonomie der Lion City doch stets seit dem Ausbruch des Handelskrieges zwischen China und den USA fortlaufend an Schwung verloren. Lassen Sie sich vom vermeintlich kräftigen Quartalswachstum von rd. 3,8% auf annualisierter Basis nicht täuschen (zumal da diese Statistik anfällig für oftmals größere Revisionen ist): Anhand desselben Maßes hat die Singapurer Wirtschaft im vierten Quartal 2018 zum ersten Mal seit Jahren eine Schrumpfung auf Quartalsbasis erlitten; und die Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr hat sich zwischen Januar und März auf stark gedrückte 1,2% verringert, just wie in der letzten Ausgabe dieses Updates antizipiert. Ein Blick auf den SiNGES zeigt, warum: Zum zweiten Mal in der jüngeren Vergangenheit ist die Komponente zur aktuellen Geschäftslage gefährlich nahe an negatives Territorium gerutscht. Und nicht minder besorgniserregend hat auch die Komponente zur Stimmungslage seit Mitte 2018 zum zweiten Mal ihren Langfristtrend gebrochen und damit eine versuchte Erholung während der zweiten Jahreshälfte abgewürgt. Sowohl die Status-Komponente als auch, zusammengenommen mit der geschockten Erwartungen-Komponente, der Hauptindikator insgesamt haben nun einen klaren Abwärtstrend über die vergangenen beiden Jahre etabliert. Warum aber, mögen Sie dann fragen, spiegeln die Einkaufsmanagerindices diese Entwicklung nicht wider? Nun, das ist just der Vorteil unseres SiNGES: Sein Algorithmus umfasst viele weitere Frühindikatoren neben den PMIs und prüft somit kontinuierlich diese weichen Stimmungsbarometer auf Diskrepanzen. Zur Zeit kommt er zu dem Ergebnis, dass die aktuellen Werte der PMIs die Geschäftslage etwas schönfärben, während andere Frühindikatoren bereits begonnen haben, sich einzutrüben. Sobald sich die PMIs ebenfalls abwärts bewegen sollten, antizipieren wir, dass die Erwartungen-Komponente des SiNGES sich zur Status-Komponente im negativen Wertebereich hin entwickeln wird – und damit das erste Mal seit 2012 konstituiert, bei dem beide Subindikatoren in negativem Territorium notieren. Sollte das tatsächlich so eintreffen, stünde Singapur seine erste Rezession in ebenso vielen Jahren bevor.


Unser SiNGES ist ein Konjunkturindikator für den Zustand der Volkswirtschaft Singapurs, den es in dieser komprimierten Form sonst nicht gibt. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt:

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.

Der SiNGES wurde dabei ökonometrisch kalibriert; tatsächlich beschreibt er – auch in den einzelnen Komponenten – die Entwicklung der Volkswirtschaft Singapurs in den letzten vier Jahren präzise, insbesondere der „Erwartungen“-Komponente kommt dabei eine belastbare Prognosefunktion zu.

Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung.