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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

Singapur ist der Business-Hub des Commonwealth in Südostasien. Daher verfolgen wir die ökonomische Entwicklung der Lion City mit unserem eigenen Konjunkturindikator, dem SiNGES. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt.

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.


Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung bzw. eine beständige Rezession.
Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++26. September: Geschäftsklima trübt sich schließlich auch ein, sendet den Hauptindikator auf niedrigsten Wert in sieben Jahren+++

Und da ist es schließlich geschehen: Der lang antizipierte Sturz der Erwartungen-Komponente unseres SiNGES in negatives Territorium, nachdem die Status-Komponente dies schon vor gut drei Monaten vollzogen hatte. Ohne eine baldige Lösung des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts in Sicht, und mit einer zunehmenden Eskalation des zusätzlichen Handelskriegs zwischen Japan und Südkorea, ist das Geschäftsklima in der Lion City am Ende nun doch von Skepsis und Sorge erfasst worden. Während die Erwartungen auf das niedrigste Niveau in vier Jahren fielen, bedeutet der zugleich sogar noch schlechtere Stand der aktuellen Geschäftslage damit insgesamt den Sturz des Hauptindikators auf dessen niedrigsten Wert seit sieben Jahren – in rezessives Territorium. Sicher, Unternehmensinvestitionen und Industrieproduktion bieten zur Zeit ein gewisses Maß an Stabilität, doch ändert das nichts am zunehmend negativen Gesamtbild. Daher erwarten wir sogar für den Fall, dass Singapur dieses Jahr noch einer technischen Rezession schlicht wegen der nurmehr kurzen Zeit bis zum Jahresende entkommen sollte, diese doch spätestens für die erste Hälfte des neuen Jahres; es sei denn, es kommt doch noch zu einer umfassenden Handelsvereinbarung zwischen Peking und Washington. Daher bewerten wir die jüngst erneut nach unten angepassten Prognosen zum BIP-Wachstum sowohl von offizieller als auch privater Seite als noch zu optimistisch: Auch nur ein Prozent Zuwachs für das gesamte Jahr 2019 wird sich schon bald als steile Herausforderung für den Stadtstaat herausstellen. Alles hängt nun davon ab, ob diese neue Ära des Protektionismus sich verfestigen oder doch noch als flüchtige Episode herausstellen wird.


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