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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

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Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++24. Januar: Aufgehellte Stimmung erweist sich als kurzlebig während sich die Geschäftslage weiter eintrübt+++

Sogar noch vor einer potentiellen Lösung des chinesisch-amerikanischen Handelskonflikts – auf die ein oder andere Weise – hat Singapurs Wirtschaft bereits einen Kollateralschaden erlitten. Das BIP-Wachstum hat es nicht vermocht, von den einigermaßen lustlosen Niveaus wieder aufzusteigen, die es im 4. Quartal 2017 erreicht hatte, dies vor allem wegen einer deutlich abbremsenden Industrie, die wiederum von einer fallenden Exportnachfrage getroffen worden ist. Vorgezogene Aufträge als Vorsichtsmaßnahme von Singapurer Handelspartnern scheinen im vergangenen Quartal bereits ausgelaufen zu sein; folglich ist der Außenhandelsbeitrag als besonders wichtige Komponente für die Wirtschaft des Stadtstaats wieder in negatives Territorium zurückgefallen. Singapurs Verbraucher kommen überdies leider nicht zu Hilfe, mit Einzelhandelsumsätzen in ziemlich gedämpfter Verfassung über das gesamte vergangene Jahr. Als Ergebnis hat die Erwartungen-Komponente unseres SiNGES es wieder nicht geschafft, die aktuelle Geschäftslage mit sich nach oben zu ziehen, ganz genauso wie bereits im Jahr 2017. Die Status-Komponente des SiNGES ist nun im Verlauf der gesamten zwei zurückliegenden Jahre nahezu ununterbrochen gefallen, und steht nun kurz davor, zum ersten Mal seit November 2016 die Nulllinie zu erreichen; negative Werte würden ein rezessives Umfeld anzeigen. In jedem Fall wurde spätestens jetzt der auffällige Aufwärtstrend des Geschäftsklimas zwischen dem Spätsommer 2015 und dem Frühling letzten Jahres klar gebrochen, was darauf hindeutet, dass Singapurs Wirtschaft ein schwieriges Jahr bevorsteht, falls China und die Vereinigten Staaten es nicht schaffen sollten, sich zu einigen. Dies umso mehr unter Berücksichtigung des Weltwirtschaftsausblicks des Internationalen Währungsfonds, der eine deutlich an Schwung verlierende globale Wirtschaft antizipiert und damit eine fallende Exportnachfrage für Singapurer Industrieerzeugnisse im Allgemeinen.


Unser SiNGES ist ein Konjunkturindikator für den Zustand der Volkswirtschaft Singapurs, den es in dieser komprimierten Form sonst nicht gibt. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt:

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.

Der SiNGES wurde dabei ökonometrisch kalibriert; tatsächlich beschreibt er – auch in den einzelnen Komponenten – die Entwicklung der Volkswirtschaft Singapurs in den letzten vier Jahren präzise, insbesondere der „Erwartungen“-Komponente kommt dabei eine belastbare Prognosefunktion zu.

Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung.