Menu

SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

Singapur ist der Business-Hub des Commonwealth in Südostasien. Daher verfolgen wir die ökonomische Entwicklung der Lion City mit unserem eigenen Konjunkturindikator, dem SiNGES. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt.

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.


Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung bzw. eine beständige Rezession.
Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++21. November: SiNGES zeigt unzweideutigen Abwärtstrend da positive Überraschungen der Industrieproduktion gedrückte Stimmung nicht aufzuhellen vermögen+++

Singapurs Wirtschaft hat nun einen klaren Negativtrend etabliert. Obwohl die Industrieproduktion ebenso wie die Einzelhandelsumsätze sich zuletzt einigermaßen behaupten und das BIP-Wachstum damit etwas stützen konnten, zeigen doch alle anderen Indikatoren – egal ob ‚weich‘ oder ‚hart‘ – nach unten. Der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt wiegt nach wie vor schwer auf Südostasiens führendem Umschlagplatz, ebenso wie auf seinen dynamischen Elektronikexporteuren, für die China ein entscheidender Absatzmarkt ist – auch wenn der Außenhandelsbeitrag zum BIP sich zuletzt stabilisiert hat. Es gibt kein Entkommen von der Tatsache dass wenn es vor Weihnachten keinen Waffenstillstand zwischen Peking und Washington geben sollte, Singapur vor seiner ersten Rezession seit der Finanzkrise stünde. Besonders besorgniserregend ist die relative Entwicklung der kombinierten- bzw. Industrie-Einkaufsmanagerindices: Ersterer zeigt nunmehr an, dass nicht nur das Verarbeitende Gewerbe einen starken Dämpfer erleidet, sondern mittlerweile auch Unternehmensdienstleister. Daher haben sich sowohl die Erwartungen- als auch die Statuskomponente nunmehr im negativen Wertebereich festgefahren, mit dem Hauptindikator auf einem neuen Tiefstand in sieben Jahren. Die  Monetary Authority of Singapore hat daher jüngst damit begonnen, ihre Geldpolitik zu lockern, wenn auch aus unserer Sicht etwas verspätet; rechnen Sie mit einer sogar noch beschleunigten Absenkung des offiziellen Wechselkursbands für den Singapur-Dollar für den Fall, dass nicht bald eine Einigung zwischen China und den USA erzielt wird.


YouTube-Podcast