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Unsere Kehrtwende zum US-Dollar – der Trump trade ist tot

18. Mai 2017, 11:53 Uhr

Obwohl wir noch im Februar eine ausgesprochen positive Position für den US-Dollar bezogen haben, sehen wir uns angesichts der Krise im Weißen Haus nun gezwungen, zum vollständigen Gegenteil überzugehen: Die treibende Kraft hinter dem Greenback ist nicht mehr die Federal Reserve, sondern die Politik.

Präsident Trump steht am Scheideweg. Seit Monaten stehen nun hartnäckige Anschuldigungen im Raum, Mitglieder seines Wahlkampfteams und spätere Regierungsmitglieder hätten Kontakt zu russischen Regierungsvertretern gehalten; den Gipfel fand diese Affäre in der überfallartigen Entlassung von FBI-Direktor James Comey inmitten der Ermittlungen, die die Behörde zu den bewussten Anschuldigungen eingeleitet hatte. Mit den gestrigen Meldungen, wonach der Präsident offensichtlich Comey vorab sogar darum gebeten hatte, die Ermittlungen fallen zu lassen, hat diese Episode nicht nur starke Ähnlichkeit mit Watergate – sie ist zum ganz persönlichen Nixonschen Albtraum für Donald Trump geworden.

Der Präsident hat damit bereits sein gesamtes politisches Kapital verspielt, so dass nichts mehr für seine geplanten ökonomischen Reformen übrig ist, auf die Investoren und Analysten so gesetzt haben, uns selbst mit eingeschlossen. Dieser sogenannte Trump trade ist nun zweifellos tot – und mit ihm fällt die antizipierte Stärke des US-Dollars und wendet sich vorläufig ins glatte Gegenteil, insbesondere gegenüber dem japanischen Yen.

Prognosen ruhen auf einer zentralen Annahme und einer Matrix weiterer Bedingungen. Die zentrale Annahme des Trump trade, sein Namensgeber selbst nämlich, ist nun kollabiert, und mit ihm die Prognose.