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Chinas Außenhandel etabliert Negativtrend – Märkte segeln auf eigene Gefahr fröhlich weiter

09. August 2016, 12:37 Uhr

Chinesischer Drache

Die monetäre Beruhigungspille der Welt-Zentralbanken ist tatsächlich eine machtvolle Droge – so machtvoll, dass die Weltfinanzmärkte in einem Zustand glückseligen Vergessens an neuen Belegen für eine strukturelle Schwäche des chinesischen Außenhandels einfach vorbeisegeln.

Die Importe ins Reich der Mitte fielen im Juli mit drastischen 12,5% im Jahresvergleich, die Importe aus der Europäischen Union gingen dabei um 8% zurück, viel stärker als von den meisten Beobachtern erwartet (wir sind weniger überrascht: vgl. unsere laufende Analyse zu China und vor allem unsere große Jahresprognose vom Jahresanfang). Die Exporte fielen im selben Zeitraum um 4,4%. Dies könnte man natürlich als kurzlebigen Ausrutscher zu ignorieren versucht sein, vor allem angesichts einer besonders volatilen Statistik mit Neigung zu solch heftigen Ausschlägen, die daher auch besser im 3-4-Monats-Durchschnitt analysiert wird.

Der Punkt ist: Eine solche strukturelle Analyse beunruhigt noch mehr. Wie die beiden 30-Jahre-Charts der Exporte bzw. Importe zeigen, haben die chinesischen Außenhandelsströme ihren expansiven Pfad nun eindeutig verlassen, wesentlich deutlicher und persistenter als während des tatsächlich kurzlebigen Ausrutschers im Jahr 2009. Während die Volatilität sogar noch zugenommen hat, ist die Trendlinie der Exporte seit nunmehr 2013 seitwärts gerichtet, für die Importe fällt sie sogar seit demselben Jahr.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Angesichts dieser Daten sollten Jene, die bislang nur einen schlummernden chinesischen Drachen sehen wollten, ihre Perspektive überdenken: Er schläft nicht, sondern büßt vielmehr Quartal für Quartal mehr von seinem feurigen Atem ein.

 

[Bild von JanDyrda, Verwendung unter Creative Commons Lizenz CCO 1.0)

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