Menu

Der Fluch der Führenden: Warum Joe Biden die Nominierung der Demokraten verfehlen wird

03. Februar 2020, 16:35 Uhr

Es ist schon beinahe eine derart bewährte Regel amerikanischer Präsidentenwahlen, dass diese Erkenntnis kaum eine allzu große Überraschung sein sollte: Wir erwarten nicht, dass Joe Biden tatsächlich die Nominierung seiner Partei für die Hauptwahl im November erreichen wird.

Unsere Wahrscheinlichkeitsanalyse zeigt warum: Sogar wenn – und das ist mittlerweile ein großes „Wenn“ – es Biden gelingen sollte, so gerade in Iowa zu gewinnen, ist er doch in New Hampshire bereits jetzt Bernie Sanders gegenüber im Nachteil, während der nahezu unbekannte Tom Steyer South Carolina mit einer breit angelegten, aufwendigen TV-Kampagne überzieht. Sollte also Biden im Granite State verlieren und darauf trotzdem im Palmetto State obsiegen, hat er doch kaum mehr als eine fifty-fifty-Chance, die Mehrheit der Delegierten am Super Tuesday im März zu gewinnen. Nach unserer Einschätzung sind seine Chancen dafür gerade mal rd. 57% FALLS er in Iowa gewinnt. Sollte er dagegen im Hawkeye State entweder gegen Sanders or Pete Buttigieg verlieren, dann erwarten wir, dass er noch vor dem Erreichen des Super Tuesday als Kandidat erledigt sein wird; seine Chancen auf die Nominierung fielen in diesem Szenario auf gerade einmal 37%. Zusammengenommen ist Joe Biden bereits vor den Wahlversammlungen in Iowa heute Nacht kaum die sichere Wette, als die er von allzu vielen Beobachtern und Kommentatoren bislang dargestellt worden ist. Was auf seine wahrscheinliche Niederlage folgt ist allerdings eine ganz andere Geschichte – die wir dann später hier ausbreiten werden.