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Devisenbrett

Unsere aktuellen Einschätzungen

Die Bewertung von Devisenbeständen und das zugehörige Liquiditätsrisiko ist in kleinen und mittelständischen Unternehmen, die ihre Zahlungsvorgänge zum Teil in ausländischer Währung abwickeln, eine große Herausforderung, zumal in Krisenzeiten. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen unsere aktuellen Prognosen zu den wichtigsten Wechselkurspaaren für die jeweils nächsten 3 Monate bereit, alle im Verhältnis zum Euro.


EUR/AUD

Revision vom 21. September: Nun da Ungarn und Polen ihr Veto gegen den Recovery Fund für den Fall angedroht haben, dass ihre zusätzlichen Forderungen nicht erfüllt werden, und zudem die „Sparsamen Vier“ angedeutet haben, dass ihre nationalen Parlamente dann womöglich die Ratifizierung verweigern könnten, weist das sicher geglaubte Fundament des Euro plötzlich wieder Risse auf. Obendrein läuft die Zeit davon, denn die für den Erlös der geplanten 750 Mrd. € notwendigen Anleihen sollten ursprünglich vor Jahresende platziert worden sein.

Dennoch ist dies eins der wenigen wesentlichen Wechselkurspaare, in denen der Euro ganz besonders die Oberhand hat, jedenfalls auf absehbare Zeit. Der australische Dollar ist traditionell ein zuverlässiges Barometer für die Reibungslosigkeit innerhalb der Weltwirtschaft: Solange letztere gemütlich vor sich hin schnurrt, steht der Aussie hoch im Kurs. Doch sobald das Räderwerk zu knirschen beginnt, gerät er unter Druck. Der jüngste, gleichsam atemlose Kaufrausch in nahezu allen Risikoklassen hat diesen zu Grunde liegenden Trend verdeckt, der jedoch schon bald wieder zu Tage treten wird. Folglich wird der australische Dollar vor allem gegenüber dem neu erstarkten Euro unter Druck geraten.

EUR/CAD

Zumeist ist der Kanada-Dollar eine Funktion der Preise für Brent-Öl; und in Zeiten eines Schocks für die gesamte Weltwirtschaft auf einen Schlag gilt dies noch mehr als gewöhnlich.

Obwohl der „Loonie“ es vermocht hat, sich seit dem ersten Corona-Börseneinbruch einigermaßen zu stabilisieren, war auch dies vorrangig Resultat einer korrespondierenden Stabilisierung der Ölpreise nach ihrem jähen 40%+ – Absturz im März. Generell ist die kanadische Ökonomie ebenso wie ihre Commonwealth-Verwandten auf der anderen Seite der Welt relativ anfälliger für eine Abschwächung der Weltwirtschaft als die übrigen Ökonomien der G7. Dies ist dann auch der Grund, warum wir in der kurzen Frist für den Euro leichte Zugewinne vis-à-vis CAD erwarten, auch wenn vergleichsweise geringere als beispielsweise ggü. der türkischen Lira (s.u.).

EUR/CHF

Revision vom 21. September: Nun da Ungarn und Polen ihr Veto gegen den Recovery Fund für den Fall angedroht haben, dass ihre zusätzlichen Forderungen nicht erfüllt werden, und zudem die „Sparsamen Vier“ angedeutet haben, dass ihre nationalen Parlamente dann womöglich die Ratifizierung verweigern könnten, weist das sicher geglaubte Fundament des Euro plötzlich wieder Risse auf. Obendrein läuft die Zeit davon, denn die für den Erlös der geplanten 750 Mrd. € notwendigen Anleihen sollten ursprünglich vor Jahresende platziert worden sein.

Trotzdem ist das traditionelle Verhältnis zwischen der europäischen Gemeinschaftswährung und dem Schweizer Franken vorläufig noch auf den Kopf gestellt: Bisher hat der Franken in ökonomischen Krisen gegenüber dem Euro (wie auch einem Korb sämtlicher anderer Währungen) zuverlässig aufgewertet. Doch mit dem potentiell neuen Instrument der EU-Gemeinschaftsanleihen, die die Währung gänzlich unabhängig von der finanziellen Lage ihrer Mitgliedsstaaten stützen, könnte der Euro selbst zur Fluchtwährung werden, was sein Abwertungspotential gegenüber dem Franken begrenzt.

EUR/CNY

Der chinesische Yuan sieht nicht gut aus – gar nicht gut. Nicht nur, dass Chinas Kapitalbilanz zunehmend unter Druck gerät, und die Coronakrise dabei als Brandbeschleuniger eines ohnehin vorhandenen Trends wirkt: Die chinesische Volkswirtschaft sieht zudem besonders verwundbar bzgl. einer Unternehmensschuldenkrise aus, sowie die Märkte einmal beginnen werden, sich an den immer weiter zunehmenden Refinanzierungsnöten zu verschlucken.

Portfolio-Umstrukturierungen unterstreichen diese Analyse: Ausländische Investoren haben ihre Investitionen in chinesische Aktien und Unternehmensanleihen abgeschwächt und stattdessen auf Staatsanleihen refokussiert. Vor diesem Hintergrund dürfte der Euro sich im Vergleich besonders positiv entwickeln.

EUR/GBP

Bestätigung vom 23. Juni: In der sehr kurzen Frist (2-4 Wochen) könnte der Euro durchaus eine Rally gegen ein zunehmend verwundbares Pfund Sterling an den Tag legen, doch änderte das nichts an der zu Grunde liegenden Analyse:

Dieses Wechselkurspaar ist zwar nicht ganz so klar strukturiert wie jene zum US-Dollar und dem japanischen Yen (s.o.), doch aus unserer Sicht ebenfalls zu Ungunsten des Euros austariert – vorausgesetzt, der Brexit mündet nicht doch noch in das verheerende Chaos eines No-Deal-Szenarios. Da jedoch eine wie auch immer geartete Verlängerung der Austrittsfrist noch im Oktober wahrscheinlicher ist, wird das dem Pfund eher noch zusätzlichen Schub verleihen.

Allerdings ist das Pfund besonders anfällig für den Fall einer zweiten Coronawelle; dann würde das Vorzeichen unserer Prognose beinahe über Nacht ins Gegenteil drehen.

EUR/JPY

Revision vom 21. September: Nun da Ungarn und Polen ihr Veto gegen den Recovery Fund für den Fall angedroht haben, dass ihre zusätzlichen Forderungen nicht erfüllt werden, und zudem die „Sparsamen Vier“ angedeutet haben, dass ihre nationalen Parlamente dann womöglich die Ratifizierung verweigern könnten, weist das sicher geglaubte Fundament des Euro plötzlich wieder Risse auf. Obendrein läuft die Zeit davon, denn die für den Erlös der geplanten 750 Mrd. € notwendigen Anleihen sollten ursprünglich vor Jahresende platziert worden sein.

Zudem hat sich die jüngste Rally des Euro vor dem Hintergrund eines gleichsam entgrenzten Risikoappetits an den Finanzmärkten entwickelt. In dem Moment da die Investoren die ernüchternde Realität der globalen post-Corona Ökonomie einzupreisen beginnen (überdies höchstwahrscheinlich von einer zweiten Infektionswelle begleitet), wird der Euro erneut ggü. sicheren Häfen zur Schwäche neigen, ggf. mit einer etwas stärker ausgeprägten Abwertungstendenz ggü. dem Yen relativ zum Dollar.

EUR/SEK

Revision vom 9. Juni: Nachdem sie über die zurückliegenden Monate eine markante Rally gegen den Euro aufs Parkett gelegt hat, wird die Schwedische Krone nun zur gegenläufigen Bewegung übergehen:

Nach der bemerkenswert positiven Risikostimmung an den Märkten in den vergangenen Wochen stehen die Währungen kleinerer Volkswirtschaften mit besonderer Empfindlichkeit gegenüber dem Welthandel wie die skandinavischen Kronen (mit Ausnahme der an den Euro gebundenen dänischen Währung) vor einer ausgeprägten Schwächephase. Nach der erfolgten Einigung der EU-Staats- und Regierungschefs zum Coronavirus-Wiederaufbaufonds sollte besonders dieses Wechselkurspaar daher in der nahen Zukunft aufwärts tendieren.

EUR/SGD

Der Singapur-Dollar ist relativ stabiler als seine australischen, neuseeländischen oder kanadischen Cousins – was natürlich wenig verwundert, wenn man berücksichtigt, dass die Monetary Authority of Singapore ihre Geldpolitik durch die Lenkung des Außenwerts des Sing-Dollars implementiert. Nun da sie die Handelsspanne noch im März gesenkt hat, in der der Sing-Dollar gegenüber einem Korb anderer Währungen schwanken darf, könnte man erwarten, dass Singapurs Währung noch zusätzlich abwertet; doch eben das erwarten wir aus den hier genannten Gründen nicht.

EUR/USD

Revision vom 21. September: Nun da Ungarn und Polen ihr Veto gegen den Recovery Fund für den Fall angedroht haben, dass ihre zusätzlichen Forderungen nicht erfüllt werden, und zudem die „Sparsamen Vier“ angedeutet haben, dass ihre nationalen Parlamente dann womöglich die Ratifizierung verweigern könnten, weist das sicher geglaubte Fundament des Euro plötzlich wieder Risse auf. Obendrein läuft die Zeit davon, denn die für den Erlös der geplanten 750 Mrd. € notwendigen Anleihen sollten ursprünglich vor Jahresende platziert worden sein.

Zudem hat sich die jüngste Rally des Euro vor dem Hintergrund eines gleichsam entgrenzten Risikoappetits an den Finanzmärkten entwickelt. In dem Moment da die Investoren die ernüchternde Realität der globalen post-Corona Ökonomie realisieren (überdies höchstwahrscheinlich von einer zweiten Infektionswelle begleitet), wird der Euro erneut ggü. sicheren Häfen zur Schwäche neigen, ggf. mit einer etwas schwächer ausgeprägten Abwertungstendenz ggü. dem Dollar relativ zum Yen.

EUR/TRY

Revision vom 4. Juni: Die einigermaßen erfolgreichen Anstrengungen der Türkei, neue US-Dollar-Swap-Linien mit Zentralbanken abseits der Federal Reserve zu schaffen, haben vorläufig den Druck auf die Lira etwas reduziert. Doch diese Swap-Linien werden weit hinter dem Devisenbedarf zurückfallen, der sich absehbar einstellen wird.

Daher ist dieses Wechselkurspaar (neben Rohstoffwährungen wie dem Australien- oder dem Kanada-Dollar, s. oben) eins der wenigen, für die wir eine Aufwertung des Euros antizipieren. Die Türkei rangiert unter den Emerging Markets, die am heftigsten von der Coronakrise getroffen werden. Seine starke Abhängigkeit von Auslandsschulden und Rohölimporten, die beide in US-Dollar denominiert sind, machen das Land besonders anfällig in Zeiten finanziellen Stresses. Daher können wir nicht erkennen, wie sich die türkische Lira gegenüber den Weltleitwährungen und damit auch dem Euro jedenfalls in den kommenden Monaten irgend anders als nach unten entwickeln soll.