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Devisenbrett

Unsere aktuellen Einschätzungen

Die Bewertung von Devisenbeständen und das zugehörige Liquiditätsrisiko ist in kleinen und mittelständischen Unternehmen, die ihre Zahlungsvorgänge zum Teil in ausländischer Währung abwickeln, eine große Herausforderung, zumal in Krisenzeiten. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen unsere aktuellen Prognosen zu den wichtigsten Wechselkurspaaren für die jeweils nächsten 3 Monate bereit, alle im Verhältnis zum Euro.


EUR/AUD

Bestätigung vom 25. Januar: Obwohl der Aussie jüngst eine steile Rally auf dem Rücken geradezu explodierender Rohstoffpreise hingelegt hat, sollte er nun fürs Erste sein Aufwärtspotential erschöpft haben. Sogar falls die globale Impfkampagne bald die aktuellen Hindernisse überwunden haben sollte, werden die Beschränkungen der Weltwirtschaft doch noch für einige Monate bestehen bleiben.

Darüber hinaus hat EUR/AUD wichtige Unterstützungen im Bereich um 1,5700/30 etabliert, so dass jedenfalls auf kürzere Sicht der Euro die Oberhand gegenüber dem australischen Dollar haben sollte. Und es kommt noch ein weiteres, strukturelles Risiko hinzu, das bislang nicht eingepreist worden ist: der zunehmend scharfe Streit mit China. Ohne dessen Beilegung können wir nicht erkennen, wie die australische Währung in naher Zukunft weiter aufwerten sollte.

EUR/CAD

Bestätigung vom 1. Dezember: Obwohl es noch immer zu früh ist, die Auswirkungen der möglichen Entdeckung eines wirksamen Corona-Impfstoffs auf Devisen-Wechselkurse belastbar abzuschätzen, wollen wir so viel schon mal vorwegnehmen: Sollten sich die aktuellen Impfstoffkandidaten in der Praxis als wirksam erweisen, wäre dies unzweideutig positiv für Währungen, die besonders empfindlich auf Störungen in der Weltwirtschaft reagieren, wie z.B. der kanadische Dollar.

Der „Loonie“ mit seiner ausgeprägten Abhängigkeit von der Entwicklung der Ölpreise ist hier ein Musterbeispiel; daher hat die aktuelle Rally der Energiepreise auch die kanadische Währung aufwerten lassen. Sofern es nicht zu einer vollständigen Widerlegung der klinischen Tests der aktuellen Impfstoffkandidaten kommt, erwarten wir für CAD daher eine milde Aufwertung in den kommenden Monaten, nicht zuletzt auch mit Blick auf die nun beinahe sichere Amtsübergabe Donald Trumps an Joe Biden.

EUR/CHF

Bestätigung vom 1. Dezember: Obwohl es noch immer zu früh ist, die Auswirkungen der möglichen Entdeckung eines wirksamen Corona-Impfstoffs auf Devisen-Wechselkurse belastbar abzuschätzen, wollen wir so viel schon mal vorwegnehmen: Sollten sich die aktuellen Impfstoffkandidaten in der Praxis als wirksam erweisen, wäre dies unzweideutig negativ für „Sichere Hafen-“ Währungen, und darunter besonders den Schweizer Franken sowie den japanischen Yen.

Ein erhebliches Risiko für die europäische Gemeinschaftswährung allerdings ist die festgefahrene Situation rund um das Budget der EU und damit auch den Coronavirus Rettungsfonds: Sollte sich die Verweigerungshaltung Polens und Ungarns bis ins neue Jahr fortsetzen, wird der Euro einstweilen zur Schwäche tendieren. Umgekehrt machte eine baldige Verabschiedung des Budgets den Euro selbst zu einem sicheren Hafen und limitierte so sein Abwertungspotential ggü. dem Franken.

EUR/CNY

Bestätigung vom 1. Dezember: Der Yuan mag in den zurückliegenden Wochen kräftig aufgewertet haben, wenn auch ggü. dem Euro weniger ausgeprägt als ggü. dem US-Dollar. Doch das strukturelle Set-up fällt auch weiterhin zu Ungunsten der chinesischen Währung aus.

Nicht nur, dass Chinas Kapitalbilanz zunehmend unter Druck gerät – Die chinesische Volkswirtschaft ist zudem besonders verwundbar bzgl. einer Unternehmensschuldenkrise, sowie die Märkte einmal beginnen werden sich an den immerfort wachsenden Refinanzierungsnöten zu verschlucken (s. die jüngst aufschreckenden Zahlungsausfälle diverser Staatsunternehmen).

Portfolio-Umstrukturierungen unterstreichen diese Analyse: Ausländische Investoren haben ihre Investitionen in chinesische Aktien und Unternehmensanleihen abgeschwächt und stattdessen auf Staatsanleihen refokussiert. Vor diesem Hintergrund dürfte der Euro sich im Vergleich besonders positiv entwickeln.

EUR/GBP

Bestätigung vom 4. Februar: Mit dem erzielten Brexit-Abkommen hat Sterling hat nicht nur eine neue Unterstützung etabliert, sondern auf der Grundlage der energischen Impfkampagne des Vereinigten Königreichs sich sogar deutlich gefestigt – bestärkt diese doch die Perspektive, früher und stärker als Kontinentaleuropa aus den ewigen Lockdowns heraus zu kommen. Zugleich ringt die Eurozone mit einem verpfuschten Start in ihre eigenen Impfanstrengungen sowie neuerlicher politischer Instabilität in Italien; somit dürfte das Pfund auch weiterhin ggü. dem Euro aufwerten, nicht zuletzt, da die Bank von England Negativzinsen nun endgültig eine Absage erteilt hat.

Im Ergebnis allerdings hat das Vereinigte Königreich die EU unter geschönten WTO-Bedingungen verlassen, jedenfalls für die nächsten Jahre. Und auch die Ratifizierung auf Seiten der EU muss erst noch erreicht werden, die aktuell durch einen Streit über Impfstoffexporte und die Auswirkungen des Nordirlandprotokolls aus dem Brexit-Deal beeinträchtigt wird. Das Alles sollte einen Boden unter EUR/GBP ziehen, höchstwahrscheinlich um die Kursmarke von 0,832.

EUR/JPY

Revision vom 21. Januar: Mit der Verabschiedung des EU-Budgets sowie einem erfolgreichen Brexit-Deal ist der Euro selbst zu einem sicheren Hafen geworden und sein Abwertungspotential ggü. dem Yen damit limitiert.

Aktuell lassen sowohl die allgemein Marktlage als auch die längerfristige Preisentwicklung in diesem Wechselkurspaar eine milde Aufwertung des Euros ggü. dem Yen in den kommenden Monaten erwarten – vorausgesetzt, es gibt keine negativen Schocks wie neue, impfstoffresistente Mutationen des Coronavirus oder aber Neuwahlen in Italien.

EUR/SEK

Bestätigung vom 1. Dezember: Obwohl es noch immer zu früh ist, die Auswirkungen der möglichen Entdeckung eines wirksamen Corona-Impfstoffs auf Devisen-Wechselkurse belastbar abzuschätzen, wollen wir so viel schon mal vorwegnehmen: Sollten sich die aktuellen Impfstoffkandidaten in der Praxis als wirksam erweisen, wäre dies unzweideutig positiv für Währungen, die besonders empfindlich auf Störungen in der Weltwirtschaft reagieren, wie z.B. die Schwedische Krone.

Doch vorausgesetzt es kommt zu einer baldigen Einigung bzgl. des EU-Budgets und damit auch des Coronavirus Rettungsfonds, dann dürfte das Aufwertungspotential der Schwedischen Krone dem Euro gegenüber relativ limitierter sein als etwa ggü. dem Schweizer Franken oder dem japanischen Yen.

EUR/SGD

Bestätigung vom 1. Dezember: Der Singapur-Dollar zählt zu unseren bisher besten Prognosen dieses Jahr. Er hat eine bemerkenswerte Robustheit im Allgemeinen und ggü. dem ansonsten aufwertenden Euro im Speziellen an den Tag gelegt, und das trotz der Senkung des Handelsbands durch die Zentralbank bereits im März, in dem der Sing-Dollar gegenüber einem Korb anderer Währungen schwanken darf (das hatten wir bereits damals aus den hier genannten und noch immer relevanten Gründen erwartet).

Die Nachricht von mehreren vielversprechenden Coronavirus-Impfstoffkandidaten wirkt sich zudem besonders positiv auf die Währungen kleiner, offener Volkswirtschaften wie Singapur aus.

EUR/USD

Bestätigung vom 4. Februar: Wir räumen es freimütig ein: Unsere Prognose eines stärkeren US-Dollars stets seit dem Tumult auf den Finanzmärkten im Frühjahr hat sich als unser größter Prognoseflop des vergangenen Jahres erwiesen.

Und obwohl es noch immer zu früh ist, die Auswirkungen der möglichen Entdeckung eines wirksamen Corona-Impfstoffs auf Devisen-Wechselkurse belastbar abzuschätzen, trägt auch diese Entwicklung eher zu einer schwachen US-Währung bei: Sollten sich die aktuellen Impfstoffkandidaten in der Praxis als wirksam erweisen, wäre dies unzweideutig negativ für „Sichere Hafen-“ Währungen, wenn auch für den Dollar relativ schwächer ausgeprägt als etwa den Schweizer Franken oder den japanischen Yen. Darüber hinaus ist der Euro mit der Verabschiedung des EU-Budgets sowie einem erfolgreichen Brexit-Deal selbst zu einem sicheren Hafen geworden und sein Abwertungspotential ggü. dem Dollar damit limitiert.

Die europäische Gemeinschaftswährung bleibt allerdings belastet von der anhaltenden Instabilität in der italienischen Politik (ein wiederkehrendes Politrisiko, vor dem wir im Zeitablauf immer wieder gewarnt haben), und solange Mario Draghis Regierung ihre Beständigkeit im Parlament nicht bewiesen hat, dürfte das die vorläufig dominante Einflussgröße sein.

EUR/TRY

Revision vom 1. Februar: Vorläufig scheint die Lira erfolgreich einen Boden gebildet zu haben, nachdem zum Ende des vergangenen Jahres sowohl ein neuer Finanzminister als auch Zentralbankgouverneur ihre Ämter angetreten haben.

Vorausgesetzt die globale Impfkampagne gegen das Coronavirus erweist sich schließlich als erfolgreich und entfesselt damit eine kraftvolle Erholung, werden EM-Devisen und zumal die türkische Lira deutlich ggü. G10-Währungen zulegen.

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