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Japan: Einzelhandelsumsätze fallen 3. Monat in Folge

29. Februar 2016, 11:49 Uhr


source: tradingeconomics.com

Es ist die Achillesferse der Abenomics und der Gesundung der japanischen Volkswirtschaft im Allgemeinen: Der private Konsum. Durch die äußerst unglückliche und kontraproduktive Anhebung der Mehrwertsteuer vor zwei Jahren wurde der damals zu verzeichnende zaghaft positive Trend bei den Einzelhandelsumsätzen im Ansatz abgewürgt; seitdem tendiert die Statistik seitwärts bei teils wilden Ausschlägen in den negativen Bereich. Im 3. Monat in Folge sind nun die Umsätze gefallen, 0,1% im Jahres- und sogar 1,1% im Monatsvergleich. Zugleich belegt dies, dass alle Bemühungen der Bank of Japan, die Inflationserwartungen und Konsumfreude mittels einer ultraexpansiven Geldpolitik anzukurbeln, bisher weitestgehend wirkungslos geblieben sind – die jüngst eingeführten Negativzinsen werden zudem bereits verdächtigt, die Neigung japanischer Haushalte, ihr Bargeld zu horten, noch zu verstärken. Entspannung zeichnet sich daher für den japanischen Einzelhandel solange nicht ab wie die Regierung definitiv auf die nächste geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer verzichtet und die Zentralbank vor regelrechtem Gelddrucken zu Gunsten einer allgemeinen Haushaltsumlage (Milton Friedmans berühmtes „Helikoptergeld“) zurückschreckt.