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Kenias neuer Zentralbankgouverneur greift in wackligem Bankensektor durch, während Nigeria im Chaos versinkt

25. April 2016, 13:23 Uhr

Kenya

Nigeria

 

 

 

 

In bemerkenswertem Kontrast zu seinen Vorgängern geht der erst seit Juni 2015 amtierende Gouverneur der Central Bank of Kenya, Patrick Njoroge, mit dem wackligen Bankensektor seines Landes hart ins Gericht. Ganze 42 Geschäftsbanken operieren in Kenia, viel zu viele um angesichts einer Bevölkerung von 40 Mio. effizient arbeiten zu können. So hat der Bankensektor des Landes einen Berg von faulen Krediten aufgetürmt, die viele Banken allerdings durch „kreative Buchführung“ (Zitat Njoroge) unter der Nase einer wegschauenden Zentralbank verschleiert haben. Damit ist jetzt Schluss. Seit seiner Amtsübernahme hat Njoroge als Beleg für seine Entschlossenheit drei Banken in Konkursverwaltung geschickt, um so den Sektor dazu zu bringen, sich effizient zu reorganisieren.

Wiewohl in der kurzen Frist natürlich mit gewissen Friktionen im Zahlungsverkehr verbunden, erwarten wir von dieser neuen Politik bereits im Laufe des Jahres einen spürbaren Wiederaufbau verloren gegangenen Vertrauens, besonders unter ausländischen Investoren. Das neue Zentralbankregime sollte also bereits in absehbarer Zeit der größten Volkswirtschaft Ostafrikas zu Gute kommen.

In Nigeria bietet sich dagegen ein exakt gegenteiliges Bild: Dort ist weniger die Zahl der Banken das Problem als vielmehr die maßlose Kreditvergabe an den Öl- und Gassektor zu Zeiten eines Ölpreises um 100$/Fass. Da wir für den Ölpreis keine nachhaltige Erholung auf über 50$ bis mindestens Ende des Jahres prognostizieren, und zugleich die von Präsident Buhari zum Schutz der Naira fälschlicherweise eingeführten Devisenkontrollen das Problem noch verschärfen, erwarten wir eine handfeste Bankenkrise im Lauf der kommenden Monate – vorausgesetzt der Präsident besinnt sich nicht doch noch. Und als ob das noch nicht genug wäre, hat Amnesty International just dem nigerianischen Militär Massaker an der schiitischen Minderheit im Norden des Landes vorgeworfen; die Möglichkeit eines regelrechten Religionskrieges, womöglich mit Einmischung durch Iran als der erklärten globalen Schutzmacht der Schiiten, wird damit immer wahrscheinlicher. Leider sinkt Westafrikas größte Ökonomie damit immer weiter in einen Strudel aus politischem und ökonomischem Chaos.

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