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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

Singapur ist der Business-Hub des Commonwealth in Südostasien. Daher verfolgen wir die ökonomische Entwicklung der Lion City mit unserem eigenen Konjunkturindikator, dem SiNGES. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt.

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.


Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung bzw. eine beständige Rezession.
Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++27. Mai: Geschäftsklima bricht auf neue Allzeittiefs ein, doch die aktuelle Lage hält sich gut über Wasser+++

Auf den ersten Blick wirkt die aktuelle Lage unseres SiNGES ernüchternd, mit sowohl der Statuskomponente als auch dem Hauptindikator deutlich im negativen Wertebereich und der Erwartungenkomponente auf neuen Allzeittiefs. Aber erinnern Sie sich an das letzte Update des SiNGES im März, und das Bild verändert sich völlig. Obwohl das Geschäftsklima momentan zweifellos stark eingetrübt ist (wie z.B. durch die offizielle „Business Confidence“-Metrik oder aber die Einkaufsmanagerindices angezeigt), ist die aktuelle Geschäftslage doch nicht ganz so schlecht wie von Vielen für einen globalen Umschlagplatz wie Singapur inmitten einer Pandemie erwartet. Just wie wir es im letzten Update vorweg genommen hatten, hat sich die Lion City in diesem ökonomischen Sturm relativ deutlich besser geschlagen als viele vergleichbare Ökonomien: Bruttoinvestitionen ebenso wie die Industrieproduktion haben sich gut gehalten, während die Schätzung für das BIP-Quartalswachstum in Q1 von zerstörerischen -10,4% auf weniger katastrophale -4,7% korrigiert worden ist (auf annualisierter Basis). Vorausgesetzt dass China nicht eine zweite Ausbruchswelle erlebt, gefolgt von einem weiteren drastischen Shutdown, hat Singapur exzellente Chancen eine äußerst milde Rezession im übrigen Verlauf des Jahres zu durchleben, und könnte damit sogar die jüngst angepasste Schätzung der Regierung von 4-7% BIP-Schrumpfung für das gesamte Jahr übertreffen. Gleichwohl erwarten wir für Singapur ebenso wenig wie für die übrige Weltwirtschaft, dass die Erholung rasch und womöglich sogar über das Vorkrisenniveau erfolgen wird: Sogar ohne eine zweite Infektionswelle ist die globale Exportnachfrage dauerhaft geschädigt worden, und Singapurs Exporteure werden diese neue Normalität folglich noch auf unangenehme Weise zu spüren bekommen.