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SiNGES

Singapurs Konjunktur auf einen Blick

Singapur ist der Business-Hub des Commonwealth in Südostasien. Daher verfolgen wir die ökonomische Entwicklung der Lion City mit unserem eigenen Konjunkturindikator, dem SiNGES. Er ist analog zu unserem UKES konstruiert und daher in zwei Komponenten und den Hauptindikator unterteilt.

Die Komponente „Erwartungen“ läuft der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraus und umfasst Daten wie die Zins- und Inflationsentwicklung, das Konsumentenvertrauen etc. Die Komponente „Status“ beschreibt die aktuelle Lage und beinhaltet Daten wie die Produktionsleistung von Industrie und Dienstleistungen, den Außenhandelsbeitrag etc. Der Gesamtindikator setzt sich schließlich aus diesen beiden Komponenten zusammen.


Der SiNGES ist so skaliert, dass eine Lage von „Status“-Komponente und Hauptindikator oberhalb der Nulllinie einen Aufschwung anzeigt. Folgende Signale erzeugt der SiNGES außerdem: Bricht die Linie der „Erwartungen“-Komponente von unten nach oben durch die „Status“-Komponente, so ist dies ein sicheres Indiz für eine aufhellende Konjunktur in absehbarer Zukunft (3-6 Monate) und vice versa. Liegt ferner die „Status“-Komponente oberhalb des Hauptindikators, zeigt dies ein gesundes, längerfristiges Wachstum an; liegt sie dagegen darunter, bedeutet dies einen noch nicht nachhaltigen Aufschwung bzw. eine beständige Rezession.
Quellen: Monetary Authority of Singapore, Trading Economics, Bloomberg

+++31. Januar: Singapur gewinnt dank USA-China-Deal eine Verschnaufpause, aber die aktuelle Lage bleibt fragil+++

Es ist eine zögerliche Erholung, die die Lion City über die beiden zurückliegenden Monate gezeigt hat: Mit Ausnahme der Unternehmensinvestitionen hat nahezu jeder Indikator zwischen November und diesem Monat einige Stärke zurückgewonnen; dies gilt vor allem für den Außenhandelsbeitrag. Tatsächlich entspricht dies dem Bild der meisten Länder des ASEAN-Blocks, mit Südkorea als dem prominentesten Beispiel. Folglich haben sich beide Sub-Indikatoren des SiNGES auf bzw. über die neutrale Nulllinie erholt. Doch in dem Augenblick, da Exporteure und Industrie aufatmeten, erfolgte auch schon der nächste Schock, namentlich das Corona-Virus und sein zunehmendes Potential, die ohnehin bereits schwächelnde chinesische Volkswirtschaft noch weiter zu dämpfen. Und es ist nicht nur diese exogene medizinische Krise, die eine zaghafte Erholung im Keim zu ersticken droht: Die Märkte haben die erste Einigung zwischen den USA und China in ihrem Handelsstreit allzu verfrüht gefeiert, wo diese einstweilen doch nicht viel mehr ist als ein Waffenstillstand, der die meisten Strafzölle in Kraft lässt und noch immer eine nachhaltige Trennung zwischen den beiden Ökonomien erwarten lässt – eine Entwicklung, deren Effekte noch auf Jahre hinaus spürbar sein werden. Singapurs Ökonomie mit ihrer besonderen Abhängigkeit vom möglichst reibungslosen Warenhandel droht noch immer von dieser Entwicklung negativ beeinträchtigt zu werden, zumal dann, wenn diese absehbar in zwei sich gegenüber stehenden Handelsblöcken münden dürfte: Firmen, die in einem der Blöcke aktiv sind, werden sich dann massiven Beeinträchtigungen und Blockaden im jeweils anderen gegenübersehen. Die allgemeine Verunsicherung lässt sich mittlerweile auch an den für Singapur so wichtigen Einzelhandelsumsätzen ablesen, die ins Stottern geraten sind. So lange diese grundlegende Unsicherheit anhält, ist die Lion City noch nicht wieder auf der Sonnenseite angelangt.


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